Wohnzimmertisch aus Esche

Bei jedem Projekt das ich mache stelle ich mich einer neuen Herausforderung. Bei diesem Projekt ging es um das Formverleimen von Massivholz. Gleichzeitig wollte ich möglichst viel mit Handwerkzeugen arbeiten. Als Ergebnis sollte ein Wohnzimmertisch entstehen.

Wie immer begann alles mit dem auftrennen der Esche an der Kreissäge. Anschließend ging es an den Abrichte- und Dickenhobel. Da ich nicht so viele Maschine habe, habe ich diese Arbeiten in einer Mitmachwerkstatt gemacht in der jeder nach einer intensiven Einweisung gegen kleines Geld Maschinen nutzen darf. Anschließend stellte ich ein möglichst harmonisches Holzbild zusammen. Dabei versuchte ich möglichst genau mich an Verleimregeln wie Kern- an Kernholz, Splint- an Splintholz usw. zu halten. Um dem ganzen einen rustikalen Look zu verleihen habe ich die Baumkante erhalten und nur die Rinde entfernt. Anschließend ging es ans verleimen. Diesen Prozess habe ich in zwei Schritte unterteilt, da ich mir nur eine Hobelbreite von 40cm zur Verfügung stand, der gesamte Tisch aber über 50 cm breit werden sollte. Nach dem Verleimen der linken und der rechten Hälfte wurden diese wieder ausgehobelt.

Nun wollte ich beide Hälften mit möglichst wenig Versatz miteinander verleimen. Dafür nutze ich Lamellos die restlichen Unebenheiten wurden dann mit einer Langbandschleifmaschine beseitigt. Ich bin immer wieder fasziniert wenn ich sehe wie einfach man Arbeitsprozesse gestalten kann. Ich liebe das Arbeiten mit Handwerkzeugen, wenn ich aber überlege wie mühsam ich früher alles von Hand geschliffen habe, ist solch eine Maschine für mich eine echte Evolution.

Anschließend noch die Enden gerade abschneiden und an der Kantenschleifmaschine glatt schleifen. Zwischenzeitlich ging ich daran die Bauteile für die Füße zu Wässern, nach drei Tagen in einem Dampfkasten zu erhitzen und über einer Form zu biegen. Dort mussten sie wieder Trocknen um sie anschließend noch zu verleimen.

Wenn man vom Einfräsen von Gradleisten absieht ging es nun ausschließlich mit Handwerkzeugen weiter. Wenn ich schon die Schlitze mit der Oberfräse eingefräst hatte wollte ich es mir nicht nehmen lassen die Gradleisten mit dem Gradhobel einzupassen. Ich finde bei Anpassarbeiten es viel leichter mit Handwerkzeugen zu arbeiten, da ich mich langsam an eine optimale Passform heranarbeiten kann. Alle Absetzarbeiten habe ich mit der Japansäge gemacht und war verschloss die Enden der Gradnuten noch mit einem Holzstück.

Die Füße waren in der Zwischenzeit verleimt worden und Unebenheiten beigehobelt. Nun doch noch mal mit der Oberfräse eine viertel Rundung anfräsen und ich konnte sie alle gleichlang abschneiden. Ein echt komplexer Prozess bei runden Bauteilen und ich war Froh dass ich alles halbwegs hinbekommen habe. Im nächsten Schritt ging es an das zusammenfügen der vier Beine. Um das zu erreichen musste ich zunächst zwei Esche Holzstücke in der Mitte überplatten. Nach dem Verleimen wollte ich das Bodenteil eigentlich mit Schwalbenschwänzen verbinden. Obwohl ich mit echt Mühe gegeben hatte, war ich mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Es passte nicht so wie ich es mir vorgestellt hatte. Leider hatte ich auch kein Material mehr, also beschloss ich in die Zinke Nussbaum einzupassen und dass ganze nochmal aufeinander anzupassen nur eben mit einer kleineren Schwalbe. Nach dem Verleimen war ich mit dem Ergebnis bin ich ganz zufrieden. Nochmal würde ich mir eine einfachere Verbindungsmethode suchen.

Anschließend wurden in die Tischplatte vier Löcher gestemmt und die Beine so abgesetzt das alles zusammen passt. Nochmal alles schleifen, jetzt leider von Hand und dann lackieren. Dieses Projekt gehört zu denen die ich mir im Kopf viel leichter vorgestellt habe, als dann in der eigentlichen Umsetzung, aber ich wachse mit meinen Herausforderungen.



Material:

Nussbaum

Esche

Werkzeuge und Maschinen:

Grathobel

Japansäge

Stecheisen

Putzhobel

Drahtbürste

Langbandschleifmaschine

Kantenschleifmaschine

Kreissäge

Dicken- und Abrichtenhobel

Schraubzwingen

Oberfräse

   

DEIN Traum aus Holz